Bundesliga Ost
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Beim Meister kribbelt's wieder
Von Peter Langer
Sie trafen sich bei den deutschen Ringer-Meisterschaften dieses Jahres wieder. Dominik Zeh und Sven Thiele kannten sich aus vielen gemeinsamen Auftritten in der deutschen Nationalmannschaften und schätzten sich auf Grund vieler Erfolge. "Wir konnten schon immer gut miteinander", erinnert sich Zeh an das erste Gespräch, in dem ein Wechsel Thieles zum ASV Hof erstmals ein Thema war.
"ASV ist seriös geführt"
Der 17fache deutsche Abonnementsmeister im Schwergewicht bat sich kurze Bedenkzeit aus. Schon beim Training im Leipziger Bundesleistungszentrum kribbelte es nach einjähriger Wettkampfpause wieder. Dort misst er sich als verantwortlicher Übungsleiter fast tagtäglich mit Deutschlands besten Schwergewichtlern. "Ich hab's immer noch drauf. Und weil der ASV ein sehr seriös geführter Verein ist gab es kein langes Überlegen."
Thiele wohnt mit der Familie in einem kleinen Ort in Halle an der Saale. In Hof an der Saale startet er jetzt also sein Comeback. Zuletzt rang er für den Bundesliga-Absteiger Leipzig und genoss beim Auftritt in Hof die tolle Kulisse. " Ich verfolge den Weg des ASV schon seit geraumer Zeit. Da sind Ringerexperten am Werk, die genau wissen, was sie wollen."
Die ASV-Führung gab im Rahmen der Thiele-Vorstellung auch bekannt, dass mit Svetoslav Neychev nur einer von vier bulgarischen Ringern auch weiterhin das ASV-Trikot tragen wird. "Mit Svetoslavs Einstellung waren wir hundertprozentig zufrieden. Die anderen Bulgaren ließen Konstanz und Zuverlässigkeit vermissen", erklärte ASV-Boss Wolfgang Fleischer, der sich aus den Verhandlungen mit Thiele herausgehalten hatte und jetzt froh ist, dass Zeh zusammen mit den Präsidiumsmitgliedern Gerhard Vogel und Achim Hager den Deal perfekt gemacht hat. "Mit Sven Thiele sind wir klar stärker. Schon beim ersten Kontakt macht er deutlich, dass er sich auf Hof freut und mit dem ASV identifiziert."
Zeh verscheucht alle Zweifel
Mit seinen fast 41 Jahren ist der mehrfache deutsche Meister und Olympia-Teilnehmer zwar nicht mehr der Jüngste, doch Zeh, der zur Zeit einen Urlaub in Ägypten verbringt, verscheucht jegliche Zweifel. "Thieles Klasse ist unbestritten. Wir werden uns mit ihm weiter stabilisieren." Das Ziel der Hofer Ringer ist auch in der schon Mitte August beginnenden Saison das Erreichen der Play-Off-Runde. "Wir werden immer darauf achten, dass wir nur Geld ausgeben, das wir auch haben", sagt der für Neuverpflichtungen zuständige Gerhard Vogel. Sein Präsidiumskollege Achim Hager ergänzt: "Wir werden auch weiter unsere Nachwuchsringer fordern und fördern, müssen aber auch registrieren, dass nicht jedes Talent den Sprung auf höchstes Bundesliga-Niveau schaffen kann." Fleischer nimmt möglichen Kritikern den Wind aus den Segeln. "Von der Entwicklung beim ASV profitieren langfristig auch die kleineren Nachbarvereine, von Rehau bis Marktleugast."
Thiele, der als beste Olympia-Platzierung einen sechsten Platz aufweisen kann, weiß auch aus eigenem Erleben, warum deutsche Ringer international nur in Ausnahmefällen zur absoluten Spitze zählen. "Ich musste meinen sportlichen Ehrgeiz immer mit meinem beruflichen Vorwärtskommen in Einklang bringen Das fällt manchmal verdammt schwer."
Immerhin haben diese Probleme im deutschen Ringersport Thiele nicht davon abhalten können, nach einjähriger schöpferischer Pause wieder auf die Matte zu treten. "Ich hab' wieder Lust aufs Ringen." Und zwar beim ASV Hof.
Fast zwei Jahrzehnte beherrschte Sven Thiele seine deutschen Konkurrenten nach Belieben.

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