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Giftig, selbstbewusst, konditionsstark




So wollen ihn die Fans sehen und so haben sie ihn auch schon gesehen: Achmed Mehmedov (rotes Trikot) in Aktion

Von Peter Langer

Dominik Zeh kochte auch zwei Tage danach vor Wut. Einige seiner Hofer ASV-Ringer hatten sich beim Auftaktkampf der neuen Bundesliga-Saison in Thalheim in einer miserablen Form präsentiert. Am heftigsten kritisierte der Cheftrainer den bulgarischen Halbschwergewichtler Ahmed Mehmedov, dem Zeh gestern klar zu verstehen gab: "Noch so eine Vorstellung darf er sich nicht erlauben. Er bekommt am Samstag gegen Anger in Oberkotzau eine Bewährungschance."

Zeh weiß, dass diese Maßnahme nicht bei allen ASV-Fans auf Gegenliebe stößt. "Die wollen den Christoph Neidhardt ringen sehen. Ich weiß aber auch, dass Anger in dieser Gewichtsklasse mit Gergely Kiss bärenstark besetzt ist. Da würde ich den Christoph nur unnötig verheizen." Mehmedov muss also wieder ran. Zeh traut ihm eine Steigerung zu. Er sei erfahren genug und habe auch die Techniken drauf. "Was fehlt, sind Kondition und der eiserne Wille." Die Kondition soll in täglichen Runden - 12 an der Zahl - um den Jahn-Platz auf Vordermann gebracht werden. Den Willen wecken kann Zeh wahrscheinlich nur, wenn er Mehmedov mit finanziellen Konsequenzen droht.

Doch der Bulgare ist nicht das einzige Sorgenkind in einer Staffel, in der, wie ausführlich berichtet, die ASV-Eigengewächse den Sieg sicherstellten. "Radoslav Pachlev schien geistig abwesend zu sein, Sascha Büchner ließ sich vom Thalheimer Hexenkessel einschüchtern und Andrej Tautchki blieb unter seinen Möglichkeiten."

Dafür wuchsen zwei junge Hofer weit über sich hinaus: Matthias Hader und Thorsten Preiß. "Matthias hat in der vergangenen Saison gegen Patrick Baumann noch verloren. Er war in seinem Kampf genauso Außenseiter wie Thorsten gegen Kevin Melhorn." Zeh führt die enorme Leistungssteigerung der beiden Nachwuchskräfte auf das intensive und gezielte Training in der Hofer Ringer-Halle am Theresienstein zurück. Zeh, der bekanntlich zwei deutsche Meistertitel nach Hof geholt und dabei auch die Ringer-Ikone Alexander Leipold entthront hat, ist voll des Lobes über seine Youngster: "Matthias hat taktisch sehr clever gerungen und war körperlich topfit. Thorstens Leistung war phänomenal." Obwohl er gar nicht in seiner Lieblingsstilart ringen durfte? Zeh nickt. "Thorsten ist im freien Stil besser, aber wir mussten so aufstellen, um Andrej Tautschkis Punkte auf der sicheren Seite zu haben." Der Trainer war vor dem letzten Kampf des Abends mit den Nerven ziemlich am Ende und hatte sich mit der Auftaktniederlage fast schon abgefunden. Aber dann kam Thorsten, giftig, selbstbewusst, konditionsstark. Zeh: "Der hat sich von dem 0:6 in der 1. Runde gar nicht beeindrucken lassen, war mental unheimlich gut drauf und verdiente sich auch wegen der Ausnahmesituation im entscheidenden Kampf die Note 1."

Genau das erwartet Zeh von seinen Ringern: Kämpfen mit heißen Herzen und kühlen Köpfen. Und er erwartet Teamgeist. "Es geht nicht, dass Ringer, die schon fertig sind, sich während des Mannschaftskampfes in die Kabine zurückziehen und dort ein Nickerchen machen. Ab sofort stehen alle mit am Mattenrand und feuern an."

Dominik Zeh hat von Montag bis Mittwoch ein hartes und intensives Training angeordnet. "Da müssen sie alle wieder ans Limit und teils darüber hinaus gehen." Ab Donnerstag fährt er die Belastung herunter und schließt die Trainingswoche mit Übungen für explosives Ringen ab. Jetzt gilt es am Samstag gegen Anger bestehen. "Da müssen alle alles geben, egal, wer ringt", sagt der Trainer, der auch wieder auf den Tschechen Marek Sevec zurückgreifen will. ASV-Präsidiumsmitglied Gerhard Vogel verteidigt den Schwergewichtler, der nur einen Punkt beisteuerte. "Marek ringt bei internationalen Turnieren eine Gewichtsklasse tiefer. Und er hatte einen schweren Stand gegen seinen Landsmann Vala, der natürlich alle Griffe kannte."



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