Bundesliga Ost
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Der ASV Hof freut sich auf Oberkotzau
Der prominenteste und erfolgreichste Hofer ASV-Ringer ist zweifellos Ramsin Azizsir, der als frischgebackener Junioren-Europameister in die neue Saison geht. Das ASV-Eigengewächs gilt als Olympiahoffnung des Deutschen Ringerbundes für 2012. Foto: Hermann Kauper
Von Peter Langer
Die erste Schlacht ist erfolgreich geschlagen, aber der Athletiksportverein (ASV) Hof spürte heftigen Gegenwind in Thalheim und wurde schnell an Dominik Zehs erste Prognose erinnert. "Das wird eine knüppelharte Saison", sagte der neue Cheftrainer zwei Wochen vor dem Auftaktkampf.
Am Samstag ist Heimpremiere in ungewohnter Umgebung. Der ASV musste die Jahn-Halle wegen Einsturzgefahr verlassen und absolviert ab dieser neuen Saison seine Kämpfe vor eigenem Publikum in der Oberkotzauer Saaletalhalle. Die Bundesliga-Ringer des ASV Hof freuen sich auf ihre neue sportliche Heimat, hoffen, dass ihnen das Stammpublikum die Treue hält und dass neue Fans aus Oberkotzau und Umgebung dazukommen.
ASV-Präsident Wolfgang Fleischer sieht die Premiere gegen die oberbayerische Spitzenstaffel aus Anger gleich als Nagelprobe für die neue Saison. Wie nehmen die Zuschauer den neuen Standort an? Entsteht eine Atmosphäre, die die Ringer des ASV zu Spitzenleistungen treibt? Vor allem Dominik Zeh hofft auf diesen Effekt. Der Trainer weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Unterstützung des Publikums ist. "Du bekommst noch einen Adrenalinschub und bist zu ganz tollen Leistungen fähig. Wichtig ist auch, dass der Ringer in schwierigen Phasen von den Fans unterstützt wird. Wenn er klar führt, gewinnt er, übertrieben formuliert, auch allein."
Lob für Hader und Preiß
Fleischer muss als Vereinsführer auch das ganze Drumherum im Auge behalten. Die Finanzen beispielsweise. "Wir haben solide kalkuliert", verspricht er. Ein Kraftakt der besonderen Art ist natürlich der Umzug nach Oberkotzau. "Unser ganzes Equipment wandert mit und wird auch in Oberkotzau eingelagert. Schon seit Wochen kümmert sich Michael Kemnitzer um die Organisation. Er macht das fabelhaft. Ich denke, dass am Samstag in der Oberkotzau alles wie am Schnürchen funktioniert."
Das hofft auch der für die Bundesliga-Staffel zuständige Vizepräsident Oliver Herrmann. Ihm steckt wie wohl allen ASVlern noch der Schock von Thalheim in den Knochen. "Wenn da unsere jungen Eigengewächse Matthias Hader und Thorsten Preiß nicht so prima gekämpft hätten, stünden wir jetzt mit null Punkten da." Im Laufe der Woche wollten die Verantwortlichen den Kampf noch einmal genau analysieren und eventuell Konsequenzen ziehen. Herrmann: "In Thalheim war ich stocksauer, vor allem auf Ahmed Mehmedov. Inzwischen hat sich die Wut gelegt. Er kriegt seine zweite Chance. Aber er muss sie nutzen."
Nach dem Kampf kam auch Kritik aus dem Lager der Ringer. Er fühle sich zu sehr unter Druck gesetzt, meinte beispielsweise Sascha Büchner, der im Training immer Top-Leistungen abliefert, sie aber oft im Kampf nicht abrufen kann. Herrmann widerspricht energisch: "Ich denke, dass es legitim war, in Thalheim einen Sieg zu erwarten." Büchner, Radoslav Palchev und Markus Plodeck waren die Verlierer des Abends, wobei Herrmann Neuzugang Plodek in Schutz nahm. "Er musste eine Gewichtsklasse aufrücken und war wohl überfordert."
Gegen Anger stehen die Chancen vierzig zu sechzig. Die ASV-Verantwortlichen haben die einzelnen Kämpfe theoretisch durchgerechnet und kamen auf einen hauchdünnen Sieg der Gäste. "Aber das ist graue Theorie, wie die Siege von Hader und Preiß beweisen. Und außerdem haben wir den Heimvorteil."
Das Publikum in Oberkotzau erlebt gleich ein Novum in der ASV-Geschichte: Erstmals kommt es eine Dreiviertelstunde vor dem Kampf zum öffentlichen Wiegen. Herrmann: "Gegner und Kampfrichter sind einverstanden. Man kann da ein richtiges Spektakel draus machen." Lieber wäre ihm und natürlich auch Cheftrainer Dominik Zeh natürlich ein Heimsieg. Hinter Luckenwalde und Burghausen werden die Oberbayern als dritte Kraft in der Bundesliga Ost eingeschätzt. Nach der Papierform. Mit dem klaren Auswärtssieg in Frankfurt/Oder hat der SCA diese Position freilich bestätigt."
Herrmann sieht der Bundesliga-Saison im Übrigen ganz realistisch entgegen. "Wir müssen die ersten vier, fünf Kämpfe abwarten und dann sehen, wo wir stehen. Wir sollten die Ergebnisse in der Anfangsphase auch nicht überbewerten. Die Saison ist in diesem Jahr durch die Aufstockung noch länger als sonst. Da kann viel passieren, bei uns und bei den anderen."

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